Bautagebuch: Lohnt sich ein Smarthome?

Tja, lohnt sich ein Smarthome? Einerseits eine sehr subjektive Frage, aber es gibt auch objektive Punkte. Ein Jahr wohnen wir mittlerweile in unserem Haus. Im Rahmen der Reihe, ob wir bestimmte Dinge nochmal genau so planen und umsetzen würden, geht es heute um das Smarthome.

Smarthome im Schaltschrank
Smarthome im Schaltschrank

Kurz die Grundlage erklärt: Wir haben ein Loxone Smarthome. Es gibt verschiedene Systeme. Mittlerweile kann man mit Funkgesteuerten Produkten vieles nachrüsten, so dass ein Smarthome auch in einer Mietwohnung umsetzbar ist. In einem Neubau macht eine Funklösung eher keinen Sinn, da Funk im Gegensatz zu Kabel störanfällig ist. Dafür ist Funk günstiger und wird daher von vielen Fertigbauhaus Firmen mit angeboten.

Ein Loxone Touch: Er hat 5 frei Programmierbare Schaltpunkte und kann die Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen
Ein Loxone Touch: Er hat 5 frei Programmierbare Schaltpunkte und kann die Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen

Was genau man mit einem Smarthome macht, ist ebenfalls sehr individuell. Ich denke die Basis ist, dass Licht und Rollläden darüber gesteuert werden. Das heißt z.B. das Licht mittels Bewegungsmelder ausgelöst wird und zu bestimmten Uhrzeiten nur noch gedimmt leuchtet. Bei uns schalten sich mit Einbruch der Dunkelheit verschiedene Lampen an, besonders im Außenbereich und morgens zum Sonnenaufgang eben wieder aus. Im Bezug auf die Rollläden bedeutet Smarthome, dass diese nicht nur zeitgesteuert hoch- und wieder runterfahren, sondern auch wetterabhängig. Aber das ist ausbaufähig, je nach Interesse, Können bzw. Wissen und auch je nach Budget kann sehr viel mehr integriert werden.

Ein Bewegungsmelder steuert das Licht und aktiviert bei Bedarf den Alarm
Ein Bewegungsmelder steuert das Licht und aktiviert bei Bedarf den Alarm

Im folgenden spreche nur noch vom Loxone Smarthome, da dies nun mal unser System ist. Der Nachteil hier ist, es gibt nur diesen einen Hersteller. Der Vorteil ist, mit etwas Wissen gibt es viele Schnittstellen, um das System zu erweitern. Wie oben erwähnt, werden die Rollläden auch durch das Wetter gesteuert (sie gehen bei direkter Sonneneinstrahlung in den Beschattungsmodus), Loxone verkauft dafür eine Wetterstation. Die Wetterdaten lassen sich aber auch anders beziehen. Oder man kann bei Loxone selbst einen Musikserver kaufen, um im jeden Raum Musik zu hören. Aber auch hierfür gibt es andere Lösungen, die zum nachbasteln in der wachsenden Community zur Verfügung gestellt werden. Sprich, wer zumindest starkes Interesse mitbringt und auch bereit ist, sich mit der Programmierung etwas auseinander zu setzen, kann einiges an Geld sparen.

Verschiedene Kategorien in der App
Verschiedene Kategorien in der App

Nun war ja aber die Frage, lohnt sich ein Smarthome? Denn auch wenn es gerne als Spielerei abgetan wird, soll es der Effizienz dienen. Ganz ehrlich, amortisieren wird sich ein Smarthome eher nicht. Klar ist es gut, wenn Räume durch automatisierte Beschattung nicht so stark aufheizen, dann muss man sich nicht wieder runterkühlen. Man kann bestimmte Geräte nur laufen lassen, wenn man eigenen Strom produziert, das setzt aber eine eigene PV Anlage voraus und macht auch nur bei sehr wenigen Geräten Sinn (Klimaanlage, evtl. Spülmaschine im Sommer). Eine Alarmanlage konnten wir uns sparen, da diese quasi in den Komponenten bereits steckt. Teil man dem Haus mit, dass niemand da ist und es öffnet sich dennoch ein Fenster oder eine Bewegung wird durch die Bewegungsmelder registriert, dann geht der Alarm los. Meiner Meinung nach lohnt sich ein Smarthome durch die Effizienz im Alltags. So wie ein Handy uns Telefon- und Notizbücher sowie Kalender und Wecker ersetzt (zum Großteil zumindest), ist auch das Smarthome eine Unterstützung im Alltag. Durch Bewegung gesteuertes Licht ist in vielen Räumen praktisch, dass es nachts nur noch gedimmt leuchtet, ebenfalls. Für Bestimmte Situationen können ganze Szenen erstellt werden und ich persönlich bin begeistert von der Automatisierung. Jeweils morgens und Abends nicht mehr durch das Haus rennen zu müssen, um alle Rollläden zu bedienen ist definitiv eine Zeitersparnis.

Automatische Abläufe, diese können in der Programmierung und in der App festgelegt und geändert werden
Automatische Abläufe, diese können in der Programmierung und in der App festgelegt und geändert werden

Rein Finanziell lohnt sich meiner Meinung nach ein Smarthome nicht, es sind schon beachtliche Mehrkosten, die mit eingeplant werden müssen. Aber subjektiv gesehen lohnt es sich für uns schon, da wir beide über die Affinität zu diesen Dingen verfügen, meine bessere Hälfte noch stärker als ich. Ich hatte auch schon ein Smartphone als es noch von vielen als “Spielerei” abgetan wurde und guckt uns heute an. Wenn ich sehe, in wie vielen Haushalten mit Alexas, Hue oder anderen Internet of Things Produkten (Produkte, die Wlan fähig sind und sich vernetzen können) gearbeitet wird, ist der Wunsch nach automatisierten Abläufen bei vielen Vorhanden, nur durch verschiedene Umstände eben noch nicht in Gänze umsetzbar.

Eine beispielhafte Szene
Eine beispielhafte Szene
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Bautagebuch: Erstes Fazit zum Loxone Smarthome

Wie versprochen, möchte ich euch heute nochmal unser Loxone Smarthome vorstellen, also was wir damit umgesetzt haben und ein erstes Fazit ziehen. Ist ein etwas längerer Artikel.

Indirekte Treppenbeleuchtung
Indirekte Treppenbeleuchtung

In unser Smarthome eingebunden sind die Fenster, das Licht, die Rollläden, zwei Brandmelder, die Türen und die Garagentore. Somit haben wir automatisch eine Alarmanlage. Aber eines nach dem anderen.

In jedem Raum, abgesehen von der Backup Küche, dem HWR, den Fluren, der Ankleide und den Garagen befindet sich ein sog. Touch. Er hat 5 Tastenpunkte und überwacht die Temperatur. Man könnte also auch die Heizung integrieren. Wie viel Sinn das bei einer Fußbodenheizung macht, darüber lässt sich herzlich streiten, daher testen wir es erst ohne. Nachrüsten geht immer noch sehr einfach. Mit dem Touch kann also das Licht geschaltet werden, wir können zwischen verschiedenen Lichtszenen schalten und die Rollläden bedienen. Was mit welchem Tastenpunkt passiert, kann individuell programmiert werden.

Touch mit 5 Tastenpunkten
Touch mit 5 Tastenpunkten

Das Licht wird zudem über Bewegungsmelder gesteuert. Ganz besonders in den o.g. Räumen ohne Touch, aber auch in den Badezimmern. Da die Bewegungsmelder auch die Helligkeit messen, geht das Licht nur an, wenn es von Nöten ist. Da wir einige Lichtkreise in dimmbar bestellt haben, leuchtet das Licht im Flur und Badezimmer nachts schwach, wenn man mal nachts auf Toilette muss, wird man nicht mehr blind.

Bewegungsmelder
Bewegungsmelder

Unsere Haustüre öffnen wir mit einem ganz klassischen Schlüssel, oder mittels NFC. Auf dem Bedienfeld befindet sich auch die Türklingel, bisher hat das nur leider noch niemand gefunden. Findet ihr sie? Entweder müssen wir ein Schild mit einem Pfeil dahin machen oder eine klassische Klingel…

NFC Touch mit Klingel
NFC Code Touch mit Klingel

Der Rest dient im Grunde der Alarmanlage. Fenster und Türen haben Kontakte. Wenn die Alarmanlage scharf gestellt ist, meldet sie, sobald ein Fenster oder eine Türe geöffnet wird. Die Brandmelder werden dann ebenfalls aktiv und natürlich im Falle eines Brandes. Was sonst noch passiert, ist wieder eine Sache der Programmierung. Hätte man Musik eingebunden, könnte man auf voller Lautstärke Volksmusik spielen, um den Eindringling wieder in die Flucht zu schlagen.

Für das Smarthome wird ein eigener Schaltschrank benötigt. Die Programmierung wird auf dem Miniserver von Loxone gespeichert, der sich ebenfalls im Schaltschrank befindet. Die Daten bleiben dort. Man kann das Smarthome natürlich auch mit einer App bedienen. Möchte man diese außerhalb des Netzes benutzen, indem auch der Miniserver angeschlossen ist, muss eine Cloud genutzt werden. Dabei geht es uns nicht mal darum, das Licht von der Arbeit aus im Haus anzuschalten. Man will ja informiert werden, wenn der Alarm los geht. Das würde über eine Push Nachricht gehen, die dann über eine Cloud läuft.

Schaltschrank
Schaltschrank
Miniserver
Miniserver

Ansonsten finde ich die App mega praktisch, um Automatisierungen festzulegen. Man nennt ein Ereignis und definiert, was dann passieren soll. So geht z.B. unsere Laterne an der Haustüre mit dem Sonnenuntergang an und bei Sonnenaufgang wieder aus.

Einblick in die App
Einblick in die App

Wir leben nun knapp eine Woche in dem Haus und bereuen die Entscheidung fürs Smarthome kein Stück. Einiges ist Gewöhnungssache, z.B. was mit welchem Tastenpunkt in den Zimmern geschaltet wird, aber es bereitet viele Annehmlichkeiten. Zumindest die App finde ich auch sehr intuitiv. Die Loxoneconfig wird dann eher Chefsache, hier wird richtig programmiert und gespielt. Für den neuen Induktionsherd brauche ich noch jedes mal das Handbuch dazu, der ist komplizierter…

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Bautagebuch: Elektroplanung

Während wir auf die Fenster gewartet haben, beschäftigten wir uns mit einem sehr wichtigen Meilenstein: Die Elektroplanung!

Wie ich schon hier geschrieben hatte, haben wir uns für ein Smarthome entschieden. Unser Architekt arbeitet mit einer Firma zusammen, die Loxone vertreibt. Zwischen KNX und eben Loxone schwankten wir ja auch. Während KNX insgesamt ein älteres System und damit auch mit vielen anderen Herstellern kompatibel ist, hat Loxone das ganze weiterentwickelt und ist eher als System geschlossen. Sprich, am besten funktioniert Loxone, wenn man Komponenten des Herstellers nimmt, bzw. manchmal gibt es keine andere Wahl als auf die Herstellerkomponenten zurückzugreifen. Lichtschalter sind dafür ein gutes Beispiel. Während man bei KNX auf günstige Schalter von MDT oder auf teure GIRA Schalter zurückgreifen kann, gibt es bei Loxone eben nur den Loxone Touch. Die Auswahl besteht nur in der Plastik oder Glas Variante. Beides hat seine Vor-und Nachteile. Beide Systeme haben auch ihre Fanbase. Wir sind gespannt, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Elektroplanung
Elektroplanung

Am Donnerstag war es dann soweit, die Positionen für Steckdosen und Touch (So heißen die Lichtschalter von Loxone) wurden festgelegt, ebenso wie die Positionen für die Lampenauslässe und Bewegungmelder. Kurze Erklärung zu den Touch: Es wird pro Raum nur noch einen geben und nicht einen Haufen an Schaltern. Mit dem Touch kann man nämlich nicht nur das Licht ein und ausschalten, sondern auch die Rollläden bedienen, wenn vorhanden, weitere Lichtkreise schalten, die Musik steuern, eben alles, was diesem Touch zugewiesen wird. Bald kann dann geschlitzt werden und dann sollen auch schon die Putzer kommen.

Lustige Zeichungen des Elektrikers
Lustige Zeichungen des Elektrikers

Im Außenbereich ging es ebenfalls weiter: Die Fallrohre wurden angebracht und die Abdeckungsarbeiten der Garagen und des Erkers haben begonnen.

Fallrohre vorne
Fallrohre vorne
Fallrohre hinten
Fallrohre hinten
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